Polizeichor und Freunde begrüßen den Lenz

Frühlingskonzert: Die musikalischen Ordnungshüter sorgten für ein Novum

Von RZ Mitarbeiter Peter Karges

Koblenz. Das Frühlingskonzert des Polizeichors gehört zum Lenz in Koblenz wie Kirschblüte und Spargelstechen – seit mehr als 35 Jahren ist es eine Institution. Diesmal warteten die singenden Polizisten in der Rhein-Mosel-Halle mit einem Novum auf.

Premiere beim Frühlingskonzert in der Rhein-Mosel-Halle: Der Polizeichor trat zusammen mit dem Männergesangsverein Cäcilia Kettig als Projektgemeinschaft auf. Foto: Sascha Ditscher

Der Polizeichor trat zusammen mit dem Männergesangsverein Cäcilia Kettig als Projektgemeinschaft auf. Und beiden Chören, die von Andreas Weis geleitet werden, stand das erste Kölner Akkordeon-Orchester 1935 zur Seite, sowohl als musikalischer Alleinunterhalter als auch als Begleiter des Projektchors.

Aus der schier endlosen Weite der Chorliteratur hatten die Sänger für ihr Konzertprogramm eine geschickte Auswahl getroffen. Denn einerseits betonten sie mit Evergreens der Comedian Harmonists („Veronika, der Lenz ist da“, „Wochenend’ und Sonnenschein“) oder kölschen Liedern („Heimweh nach Köln“, „En unserem Veedel“) die heitere Seite des Daseins. Andererseits hatten sie aber auch einen Kontrapunkt eingebaut. Mit Liedern von Franz Schubert („Im Abendrot“; „Die Nacht“) oder Friedrich Silcher („Untreue“) ließen die Sänger auf beeindruckende Weise die deutsche Romantik aufleben. Gerade dieser Gegensatz, der schließlich ja auch das Leben prägt, gab dem von Walter Baum souverän moderierten Frühlingskonzert eine ganz besondere Note.

Neben den Sängern überzeugten bei dem gut zweistündigen Musikvergnügen aber auch die Instrumentalisten des von Matthias Hennecke geleiteten ersten Kölner Akkordeon-Orchester 1935. Auch sie glänzten mit einem breiten Repertoire. So spielten sie unter anderem den Rockklassiker von Russ Ballard „Since you been gone“, der vor allem durch die Interpretation von Rainbow bekannt ist, Charlie Chaplins Filmmusik „Smile“ aus „Modern Times“ oder ein Stück des Tangokomponisten Astor Piazzolla. So fügten sich die Instrumentalisten nahtlos in das vielfältige Programm ein.

Rhein Zeitung – 24.04.2017

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